Zigarren Info

Zigarren Info

Zigarre

 
 

Eine Zigarre ist ein aus Tabakblättern gerolltes Genussmittel. Sie wird konsumiert, indem sie an einem Ende entzündet und der Rauch durch das andere in den Mund gesogen wird. Maschinengefertigte, kurze, aber dicke Zigarren werden im süddeutschen Raum, der Schweiz und Österreich auch häufig als Stumpen bezeichnet.

Eine Zigarre besteht aus einer Einlage aus getrockneten und fermentierten Tabakblättern, die von einem Umblatt umschlossen werden. Diesen Teil der Zigarre nennt man Wickel. Für die Einlage werden je nach Format geschnittene oder ganze Tabakblätter verwendet. Das Deckblatt ist das äußerste, exakt geschnittene Tabakblatt. Die Einlage wird vom Umblatt in ihrer Form gehalten. Über dem Umblatt liegt dann das Deckblatt. Das zu entzündende Ende der Zigarre wird Zigarrenfuss genannt, jenes, das der Raucher im Mund hält, Zigarrenkopf. Viele Zigarren tragen nahe dem Kopfende eine häufig kunstvoll gestaltete Binde aus Papier, der Zigarrenring (umgangssprachlich auch als Bauchbinde bezeichnet), der Sorte und Manufaktur kennzeichnet.

 

Geschichte

 
Zigarrenmacher (Gemälde vonJ. Marx von 1889)

Die exakte geografische und historische Herkunft der Zigarre ist nicht bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass inSüdamerika schon seit Jahrtausenden Tabak in Tabakspfeifen und anderen Formen geraucht wird. Manche indigenen Völker Südamerikas gebrauchten bei sakralen Ritualen zigarrenähnliche Tabakprodukte, durch die Priester mit den Göttern in Kontakt treten konnten. Später wurde dieses Privileg wohl auf die Stammeshäuptlinge ausgeweitet.

Die weltweite Verbreitung der Zigarre geht auf die Kolonialzeit zurück. Christoph Columbus soll der erste Europäer gewesen sein, der im 15./16. Jahrhundert auf Kuba mit Tabak in Kontakt kam. Im 18. Jahrhundert brachten britische Seeleute und Soldaten kubanische Zigarren in die nordamerikanischen Kolonialgebiete, wo dann auf neu errichteten Plantagen bald vermehrt Zigarren hergestellt wurden.

Während des 19. Jahrhunderts war das Zigarrenrauchen in Europa sehr verbreitet und die Herstellung von Zigarren wurde ein wichtiger Industriezweig.

In Deutschland konzentrierte sich im 19. Jahrhundert die Herstellung auf die Länder Baden und Preußen. Die Tabakarbeiter gehörten zu den ersten Beschäftigtengruppen, die sich der entstehenden Arbeiterbewegung anschlossen. Dabei spielte die Fertigung in manufakturähnlichen Betrieben eine wichtige Rolle. Dort war die Kommunikation untereinander leichter möglich als in den lärmerfüllten Fabriken. Im Jahr der Märzrevolution 1848 gründeten die Berliner Tabakarbeiter die Association der Cigarrenarbeiter Deutschlands, die schnell in 40 weiteren deutschen Städten Nachahmer fand. Diese Organisationen waren jedoch eher kurzlebig, auch weil sie nicht zentral organisiert waren.

Der Allgemeine Deutsche Cigarrenarbeiter-Verein, gegründet 1865 im Umkreis des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) und am selben Ort wie der ADAV, im Pantheon in Leipzig, war die erste zentral organisierte Gewerkschaft in Deutschland überhaupt. Binnen drei Jahren gewann sie 10.000 Mitglieder unter ihrem Mitgründer und Präsidenten Friedrich Wilhelm Fritzsche. Sie wurde zum Vorbild vieler neu gegründeter Gewerkschaften und ist eine der Vorläuferorganisationen derGewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Die Zigarre hielt sich bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts als beliebtes Genussmittel, bis sie durch die starke Verbreitung von Zigaretten in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung verdrängt wurde. Etwa seit Beginn der 1990er Jahre ist eine Renaissance des Zigarrenkonsums zu beobachten, die sowohl in einschlägigen Büchern und Zeitschriften als auch in zahlreichen Fachgeschäften für kubanische und andere hochwertige Zigarren Niederschlag gefunden hat. Das Rauchen von „Habanos“ ist in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten wieder Ausdruck eines individuellen Lebensgefühles geworden und wird zum Teil in Clubs, Bars und der gehobenen Gastronomie demonstrativ zelebriert. Jährlich werden gegenwärtig in Deutschland ca. 1,2 Milliarden Zigarren bzw. Zigarillos konsumiert.

Die Zigarre heute

Handel

Heute wird der Tabak für Zigarren vor allem in MittelamerikaSüdamerika und der Karibik angebaut. Besonders bekannt für ihre Zigarren sind Kuba, dieDominikanische RepublikHondurasNicaragua und BrasilienIndonesien und die Philippinen sind zwei der wenigen Länder in Asien, die Zigarren herstellen; besonders die Insel Sumatra ist für ihre Zigarren bekannt. In vielen dieser Länder spielen Zigarren als Exportfaktor eine Rolle; dabei unterliegt die Tabakwirtschaft durch wetterbedingte Ernteausfälle großen Schwankungen.

Speziell in Kuba sind Zigarren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der im Jahr 1998 rund sieben Prozent des Exportvolumens ausmachte; produziert wurden offiziell 263,5 Millionen Zigarren, von denen rund die Hälfte exportiert oder in Duty-Free-Shops verkauft wurden. Das amerikanische Handelsembargo, das seit 1962 besteht, sollte eigentlich Kubas Wirtschaft schwächen, sorgte aber hauptsächlich dafür, dass das Image kubanischer Zigarren in den USA gerade durch ihre Illegalität über Gebühr anstieg. Man schätzt, dass allein zehn Prozent des kubanischen Exports an Zigarren in die USA geschmuggelt werden. 1997 wurden in den USA 4,4 Milliarden Zigarren verkauft.

Während des Embargos sank nach Meinung von Experten zeitweilig die Qualität kubanischer Zigarren, weil kein qualitativ hochwertiger Dünger importiert werden konnte. Tabaksamen wurden in Nachbarländer wie die Dominikanische Republik, Honduras und Nicaragua geschmuggelt, wo vergleichbare klimatische Bedingungen herrschen. Nach Fidel Castros Regierungsübernahme 1959 wanderten viele kubanische Zigarrenhersteller aus und nahmen damit ihr Expertenwissen mit.

In vielen Ländern ist der Verkauf von Zigarren mit einer Tabaksteuer belegt. In Deutschland lag der Steuersatz für Zigarren und Zigarillos im April 2005 bei 1,3 Euro-Cent pro Stück zuzüglich einem Prozent des Kleinverkaufspreises, deutlich niedriger als bei Zigaretten.[6]

Herstellung

 
Tabakblätter in einem Trockenschuppen

Bereits beim Anbau spielt die spätere Verwendung des Tabaks eine Rolle. Es werden zwei Arten des Anbaus unterschieden. Der tabaco tapado („bedeckter Tabak“) wird unter Stoffbahnen angebaut, die die Pflanzen vor zu viel tropischer Sonne schützen, bei Bedarf aber weggeschoben werden können. Außerdem wird die Blüte nicht entfernt. So angebaut entwickeln sich dünne, sehr gleichmäßige und geschmeidige Blätter, die entgegen der landläufigen Meinung einen guten Anteil an der gesamten geschmacklichen Entwicklung der Zigarre haben. Diese Blätter sind sehr hochwertig und werden ausschließlich als Deckblatt, (capa) verwendet. Das Deckblatt entscheidet auch, welcher Herkunft die Zigarre zugerechnet wird. Ein Deckblatt aus Brasilien macht aus der Zigarre etwa eine Brasil, die Einlage und das Umblatt kann dabei ebenfalls aus Brasilien stammen, muss aber nicht.

Der tabaco del sol („Tabak der Sonne“) hingegen wächst unter der tropischen Sonne auf, hier werden die Blüten frühzeitig entfernt und es entwickeln sich daher kräftige und geschmackvolle Blätter. Aus diesen Blättern wird später die Einlage (tripa) und die Umblätter (capote).

Es werden drei Sorten von Blättern unterschieden, die von der Position des Blattes an der Pflanze abhängen. Die oberen Blätter, die der Sonne am meisten exponiert waren, sind die kräftigsten. Sie werden ligero genannt. Die mittleren Blätter nennt man seco. Sie haben einen mittelstarken Geschmack. Die mildesten Blätter stammen vom unteren Ende der Pflanze. Diese nennt man volado. Bei der Einlage und dem Umblatt bewirkt eine Kombination der drei Sorten, die ligada, den typischen Geschmack einer jeden Zigarrenmarke. Bei den Deckblättern entscheidet die Position der Blätter über ihre Verwendung bei den einzelnen Formaten. Untere Blätter sind größer und können so für größere Formate verwendet werden.

Nach der Ernte, die in drei Schritten beginnend von volado hin zum ligero, von Hand erfolgt, werden die Tabakblätter einer natürlichen Trocknung unterzogen, wobei sie gleichzeitig einen Reifungsprozess durchmachen. Das Ziel ist, ihren Gehalt an Wasser zu reduzieren, ohne dass die Blätter verfaulen. Sie werden dafür zwischen 25 und 50 Tage lang teilweise abwechselnd der Sonne ausgesetzt und im Schatten gelagert, teilweise vollständig im Schatten gelagert. Dazu ist ein bestimmtes – idealerweise subtropisches – Klima notwendig sowie spezielle Lagerhäuser, um den Tabak zu lagern und zu belüften. Der Reifungsprozess ist auf die gewünschte Farbe der Blätter und auf die Tabakart abgestimmt.

Anschließend werden die Tabakblätter fermentiert. Auch dieser Vorgang muss ständig kontrolliert werden, damit die Blätter nicht verrotten, zerfallen, oder sich durch die Wärmeentwicklung während der Fermentation sogar selbst entzünden. Zur Regulierung des Prozesses und Verhinderung einer zu hohen Temperatur müssen die mehrere Meter großen Fermentationsstapel mehrmals umgestapelt werden. Erst während der Fermentation entstehen die spezifischen Aromen des Tabaks. Die Fermentationszeit beträgt zwischen vier und sechs Monaten, manchmal sogar bis zu acht Monaten.

Die gereiften und fermentierten Blätter werden nun von Hand sortiert. Erfahrene Tabakarbeiter achten hierbei auf Aussehen (bei den Deckblättern), Beschaffenheit und Bouquet der Tabakblätter. Blätter, die nicht den Anforderungen entsprechen, werden aussortiert und für Shortfiller, Zigarillos oder Zigaretten verwendet.

 
Kubanischer Zigarrenroller

Nach dem Sortieren wird die Mittelrippe vornehmlich von Frauen, den Despalilladoras, entfernt. Diese Arbeit wird meist auf dem Schenkel ausgeführt. Vielleicht kommt daher das Gerücht, dass Zigarren auf den Schenkeln schöner Mulattinnen gerollt werden. Aber weder werden Zigarren auf Schenkeln noch vornehmlich von Frauen gerollt. Tatsächlich ist das Rollen der Zigarre traditionell eine Männerarbeit, die erst in jüngster Zeit immer häufiger auch von Frauen erledigt wird. Nach dem Entfernen der Mittelrippe werden die Blätter für die Einlage ein zweites Mal fermentiert.

Hochwertige Zigarren werden von Hand gerollt. Ein erfahrener Zigarrenroller, ein sogenannter Torcedor, kann am Tag je nach Sorte zwischen 40 und 180 Zigarren rollen. Zunächst legt der Roller je nach Größe des Formats ein, zwei oder auch drei Umblätter vor sich auf den Tisch und stellt aus ligeroseco und volado die gewünschte Mischung zusammen. Die Einlage wird kunstvoll gefaltet, so dass der Rauch später gut durch kleine Kanäle strömen kann, und dann in das Umblatt eingerollt. Danach wird der Zigarrenrohling in einer Presse in seine endgültige Form gebracht.

 
Handwerkszeug des Zigarrenrollers
 
Zuschneiden des Deckblatts mit dem Chaveta

Nun sucht der Roller das Deckblatt aus. Mit einem geschickten Schnitt mit der Chaveta – eine Art Wiegemesser – wird das Deckblatt sichelförmig zurechtgeschnitten und fest um den Rohling gerollt. Nur am Zigarrenkopf wird das Deckblatt mit einem speziellen, aus Tragantpflanzen gewonnenen, Kleber befestigt und zu einem geschlossenen, runden „Kopf“ gerollt. Bei der „amerikanischen Methode“ jedoch wird mit einem speziellen Messer, das eine runde, geschlossene Klinge hat, ein kleines Stück Tabak aus dem Rest des Deckblattes ausgestanzt und das Mundstück so verschlossen. Der ganze Vorgang (ohne das Pressen) dauert bei einem erfahrenen Roller nur wenige Minuten.

Jede einzelne Zigarre wird nach ihrer Herstellung einer Kontrolle unterzogen. Der Kontrolleur prüft dabei, ob Länge, Durchmesser und Form des Kopfes der Norm entsprechen. Auch auf ein ansprechendes Aussehen und ein gleichmäßig verlaufendes Deckblatt wird geachtet. Es werden Stichproben gezogen, von denen einige von Verkostern geraucht und andere aufgeschnitten werden, um die Zusammensetzung und Verarbeitung der Mischung zu prüfen. Besteht die Zigarre die Prüfung, so wird sie meist in Bündeln zu 50 Stück mehrere Monate, besonders hochwertige Zigarren sogar mehrere Jahre, gelagert.

Nach der Lagerung werden die Zigarren von den Sortierern (escogedores) nach Farbe zusammengestellt. Ein Sortierer stellt Zigarren gleicher Farbe zusammen, während ein weiterer aus den so entstandenen Bündeln jeweils eine Zigarre auswählt und die Reihenfolge in der Kiste festlegt. Links liegt die dunkelste und nach rechts werden die Zigarren in genau festgelegter Reihenfolge immer heller. Hier findet auch die letzte Qualitätskontrolle statt, bei der Zigarren, deren Farbe nicht den Anforderungen entspricht, aussortiert und als Fehlfarben deutlich preiswerter zum großen Teil auf dem heimischen Markt verkauft werden.

Vor dem Verpacken kann der Zigarre eine Bauchbinde umgelegt werden. Sie zeigt den Namen der Produktionsfirma und das Herkunftsland, manchmal auch kleine Abbildungen diverser Auszeichnungen für die Qualität in Form von Medaillen. Zigarrenhersteller verwenden oft über Jahrzehnte die gleichen Bauchbinden. Deren Produktion wird streng überwacht. Kleinste Abweichungen von der Originalbauchbinde können schon ein Hinweis auf eine Fälschung sein.

Bevor kubanische Premiumzigarren in den Handel kommen, werden sie von den meisten internationalen Distributoren zum Schutz vor Tabakkäfern für kurze Zeit tiefgefroren und danach langsam wieder aufgetaut. Durch den Gefrierprozess werden Eier und Larven des Käfers abgetötet. Während des Auftauprozesses wird die Temperatur allmählich nur sehr dosiert erhöht, damit die empfindlichen Deckblätter nicht beschädigt werden.

Formen und Formate

Shortfiller

 
Shortfillerzigarre aus Nicaragua

Bei Shortfillerzigarren besteht die Tabakeinlage aus geschnittenem oder gerissenem Tabak, dem sog. Scrap Filler, der in ein stabiles Umblatt gewickelt wird. So entsteht die Puppe, die bereits die Form der späteren Zigarre aufweist. Um diese wird zur Fertigstellung ein gleichmäßiges Deckblatt gerollt.

Viele dieser Arbeitsschritte können von Maschinen ausgeführt werden. Teilweise werden Umblatt und Deckblatt aus homogenisiertem Tabak gefertigt, welcher kein richtiger Tabak ist, sondern ein aus Tabak hergestelltes Papier.

Shortfiller sind typisch europäische Zigarren und schon für wenig Geld zu erhalten. Sie werden auch als „Holländischer Typ“ bezeichnet. Sie werden trocken geraucht und auch trocken gelagert.

Daneben gibt es aber auch karibische Zigarren als Shortfillervariante. Sie werden im Gegensatz zum holländischen Typ bei einer konstanten Luftfeuchtigkeit im Humidor gelagert. Diese Shortfiller werden sowohl rein maschinell als auch per Hand(totalmente a mano) gefertigt.

Longfiller

Longfillerzigarren bestehen im Inneren aus ganzen Blättern, den sog. Strips, nicht aus Tabakschnipseln. Verschiedene Sorten von Tabakblättern werden vom Zigarrenroller zusammengelegt und dann mit einem Umblatt zur Puppe gewickelt, die mit einer Holzapparatur in ihre Form gepresst wird. Diese Puppe wird durch das Umwickeln mit einem Deckblatt zur fertigen Zigarre, die durch einen speziellen Kleber oder durch festes Einrollen fixiert wird.

Da diese Arbeit vom Zigarrenroller viel Fingerspitzengefühl erfordert, können hier kaum Maschinen eingesetzt werden. Die verwendeten Tabake sind mitunter hochwertiger als die der Shortfiller-Varianten.

Günstige Zigarren können in Deutschland für weniger als einen Euro pro Stück gekauft werden. Die Preise für hochwertige Zigarren beginnen bei etwa drei Euro mit einer großen Bandbreite nach oben. Preise um 50 Euro pro Zigarre sind durchaus möglich.

Longfillerzigarren werden bei 18 bis 20 °C und circa 68 bis 75 % Luftfeuchtigkeit in Humidoren gelagert. Unter diesen klimatischen Bedingungen sind die Zigarren jahrelang haltbar. Hochwertige Zigarren reifen mit der Zeit, was auch als „Aging“ bezeichnet wird. Die Zigarren erhalten durch die Reifung ein milderes, ausgewogeneres Aroma. Bei zu trockener Lagerung werden die Zigarren brüchig und brennen zu schnell und damit zu heiß. Ein zu heißes Abbrennen hat einen aggressiven, beißenden und leicht bitteren Geschmack zur Folge.

Zigarrentypen

Zigarren gibt es in vielen unterschiedlichen Formaten. Unterschieden wird nach Länge, Dicke und Form. Die Dicke einer Zigarre kennzeichnet das Ringmaß; dieses auch „Gauge“ genannte Maß wird in 1/64 Zoll angegeben. Eine Zigarre mit einem Ringmaß von 64 hat demnach einen Durchmesser von einem Zoll (= 25,4 mm). Eine Zigarre, deren Körper gerade (zylindrisch) gedreht ist, nennt man Parejo, dagegen ist eine sog. Figurado eine Zigarre mit unterschiedlich dickem Körper.

Das wohl bekannteste Format, die Corona, ist eine Zigarre von ungefähr 140 mm Länge mit einem Durchmesser von etwa 16 mm. Sie besitzt eine zylindrische Form mit flachem Rundkopf. Eigentlich ist „Corona“ ein Sammelbegriff, es gibt Abwandlungen wie die größere Double Corona, die Corona Gorda („dicke Corona“) oder die kleine Petit Corona. Fast jede Marke bietet, egal ob es sich um Shortfiller oder Longfiller handelt, auch das Corona-Format an, das man etwa 45 Minuten rauchen kann.

 
Ringmaß von Zigarren

Die Panatela ist eine dünnere Zigarre mit etwa 14 mm Durchmesser. Im Gegensatz hierzu hat eine Robusto eine Dicke von 19,84 mm (das entspricht dem exakten Ringmaß 50), ist aber mit durchschnittlicher Länge 124 mm vergleichsweise kurz. Dicke Zigarren sind nicht zwangsläufig besonders kräftig, im Gegenteil bietet ein im Verhältnis zur Länge großer Durchmesser auch einem leichten Aroma die Möglichkeit zur komplexen Entfaltung.

Das Churchill-Format (benannt nach dem britischen Premierminister Winston Churchill, einem leidenschaftlichen Zigarrenraucher) kombiniert Länge mit Dicke. Sie wurde lange Zeit von den Firmen Alfred Dunhill (London) in Kooperation mitRomeo y Julieta (Havanna/Kuba) eigens für den britischen Premierminister mit personalisierter Bauchbinde produziert. Die Bezeichnung „Churchill“ wird heute allerdings von Herstellern und Händlern sowohl als Markenname für ganz bestimmte Zigarren, aber zur Verwirrung mancher Konsumenten auch als allgemeine Bezeichnung für dieses Format verwendet. Die korrekte Bezeichnung für das sehr beliebte Format lautet „Julieta 2“ und ist definiert durch eine Länge von 178 mm und ein Ringmaß von 47 = 18,65 mm. Abweichungen kommen vor. Hochwertige Tabake entfalten als Churchill-Zigarre ihren vollen Geschmack. Die Rauchdauer beträgt bis zu 90 Minuten.

 
Zigarillos

Der Torpedo, die Piramide sowie der Belicoso zählen zu den nichtzylindrischen Formaten. Der Name rührt daher, dass sich die Zigarre bis zum Kopfende im Durchmesser konisch verkleinert. Das Figuro-Format hat am Kopf und am Fuß einen kleineren Durchmesser als in der dickeren Mitte.

Als „krumme Hunde“ bzw. Culebras bezeichnet man Zigarren, die in ihrer Form absichtlich geknickt oder gebogen worden sind. Culebras wurden ursprünglich von den Besitzern der Zigarrenfabriken ausschließlich an Zigarrenroller (Torcedores) herausgegeben, um dem Diebstahl der produzierten, geraden Zigarren, entgegenzuwirken bzw. ihn zu erkennen.

Fehlfarben sind Zigarren mit fleckigem Deckblatt.

Zigarillos sind sehr dünne und kurze Zigarren. Da der Geschmack, bedingt durch den kleinen Durchmesser, relativ scharf ist, werden oft besonders milde (oder wenig aromatische) Tabake verwendet. Beliebt sind auch aromatisierte Zigarillos, denen natürliche oder synthetische Aromen, wie zum Beispiel Vanille oder Whisky, zugefügt wurden. Zigarillos sind mit und ohne Filter im Handel erhältlich.

Stumpen sind an beiden Enden stumpf abgeschnittene, runde oder gepresste, kurze, gleichmäßig dicke Zigarren. Ursprünglich wurden Stumpen in Mehrfachlänge mit in ganzer Länge aufgeklebtem Deckblatt hergestellt und in der Mitte coupiert. Im Gegensatz zur Zigarre ist der Stumpen herber und raucht sich schneller. Stumpen sind eine schweizerische Erfindung: Sie wurden erstmals ca. 1850 in der Cigarrenfabrik Ormond in Vevey gefertigt, später vor allem im sogenanntenStumpenland (Aargau) produziert.

Zigarren unterscheiden sich jedoch nicht nur durch das Format, sondern werden auch nach der Stärke kategorisiert. Man unterscheidet gemeinhin fünf verschiedene Stärkegrade bei Zigarren: sanft, sanft-medium, medium, medium-stark und stark. So gelten zum Beispiel kubanische Zigarren eher als mittelstarke bis starke Zigarren, während man bei Zigarren aus der Dominikanischen Republik eher von milderen bzw. leichteren Zigarren spricht. Die Stärke, um die es hier geht, ist der Nikotingehalt, nicht der Geschmack. So haben kubanische Zigarren normalerweise einen deutlich milderen Geschmack als brasilianische, sind aber erheblich stärker.

Quelle: Wikipedia